Mentoringtag in Hameln – Teil 2

Fortsetzung der Mentoring-Reihe in Hameln

Am Samstag, 3. Dezember war es soweit: der zweite Teil der Mentoring-Reihe fand wieder einmal in Hameln statt. Wie schon beim ersten Teil  hat sich Jackie Stech um die Organisation gekümmert – und sie hat es fantastisch getan: Angefangen vom Tagungshotel (incl. Kaffeeinfusion, danke nochmals!) bis hin zur Referentin für bewegungsmüde Übersetzer, sprich Physiotherapeutin.

Themen

Wie immer haben wir uns anfangs Gedanken gemacht, welche Themen wir intensiv besprechen wollten. Es kristallisierten sich, neben anderen Themen, einige Hauptbereiche heraus: Weiterbildung und Netiquette und Social Media. Aus der Fülle der Diskussionsthemen möchte nur einige Themen herausgreifen, da der Beitrag sonst zu lang wird.

Corporate Design im Netz und Netiquette

Egal, für welche Art der Eigendarstellung man sich entscheidet, sei es Facebook, Xing, LinkedIn oder eigene Website: Wichtig ist nur, dass man auf allen Kanälen sein „Corporate Design“ wahrt. Nutzt Euer Logo oder Profilfoto konsequent in allen Kanälen, gebt überall die gleichen Fachgebiete an. Ein Kunde findet es garantiert irritierend, wenn man auf Xing als Fachgebiet Pharmazie angibt und auf LinkedIn Kulinarik.

Wenn man sich in den „sozialen Medien“ , die häufig so gar nicht sozial sind, bewegt, sollte man auf gar keinen Fall die Regeln der Höflichkeit vergessen. Kontrovers diskutieren ja, Beleidigungen und Diskreditierungen von Kollegen, Projektmanagern oder gar Kunden sind ein absolutes No-go. Bedenklich finde ich die Tatsache, dass man darauf überhaupt hinweisen muss. Dazu muss aber auch erwähnt werden, dass keiner der Anwesenden auch nur annäherungsweise zu dieser Gruppe von Übersetzern gehört, im Gegenteil.

Wichtig ist auch, private und berufliche Seiten und Profile bei FB, Twitter und Co. zu trennen. Oder habt ihr schon mal ein Unternehmen gesehen, dass sich auf der offiziellen Seite privat ablichten lässt? Nein – nun, wir sind auch Unternehmer und sollten uns das immer vor Augen führen.

 

Weiterbildung -Netzwerken

Wir alle müssen uns kontinuierlich weiterbilden. Schwierig ist es nur, aus der Masse der CPD-Veranstaltungen diejenigen mit Mehrwert herauszufiltern. Ich habe das Gefühl, dass wir gerade von eine Welle von Webinaren überschwemmt werden, bei denen mich schon der Titel des Webinars abschreckt. Übersetzerischer Mehrwert ist meist nicht zu finden. Übersetzungsproblemen, Sicherheitsdatenblätter, EMAs – das sind alles Themen, die auch für erfahrene Übersetzer einen Mehrwert bringen. Aber jeder von uns sollte die meisten Webinare mal kritisch hinterfragen. Bringen mir holistische Ansätze etwas in meiner Übersetzertätigkeit oder bringen sie nur dem Referenten etwas. SO: Augen auf bei sogenannten Leitfiguren, die innerhalb weniger Monate vom Anfänger zum „Darling“ der Szene aufsteigen und in obskuren Webinaren nichts greifbares, hilfreiches für unsere Tätigkeit vermitteln. Das Geld für diese Webinare kann man lieber dazu verwenden, in die Berufsverbände unserer Fachgebiete einzutreten, an Fortbildungen für Ärzte/Krankenschwestern oder Juristen teilzunehmen und dort wirklich etwas lernen. Die IHK hat auch jede Menge Veranstaltungen für Unternehmer, diese sind meist günstig und sehr informativ – und man trifft Unternehmer aus der Region.

Oder man schreibt sich an einer Fachhochschule oder Universität als Gasthörer ein, nimmt an Vorlesungen zum Fachgebiet teil und hat auch noch die Möglichkeit mit Experten auf diesem Gebiet in Kontakt zu treten. Selbst die VHS ist ein fantastischer Ort für Weiterbildung – ich bin jedes Mal überrascht, wenn ich sehe, was für Kurse dort angeboten werden.

Übersetzer lieben Powwows, Konferenzen und Stammtische – ich auch. Aber manchmal muss man seine gewohnte Welt verlassen und dort hingehen, wo unsere Kunden sind. Besucht B2B-Lunches, Veranstaltungen der IHK, tretet Verbänden von Unternehmern bei – alles Dinge, die mehr schwer fallen, zu denen ich mich aber regelmäßig zwinge.

Fazit

In munteren Diskussionen verflog die Zeit leider wie im Flug. Wir haben nicht annähernd alle Themen geschafft, die sonst noch anlagen. Da müssen wir uns beim nächsten Mal wahrscheinlich selbst disziplinieren. Vielleicht richten für jedes Thema ein Zeitlimit ein und lassen uns am Ende noch Zeit für eine Diskussion, oder wir arbeiten im Vorfeld schon in kleinen Gruppen Themenbereiche aus oder wir machen einfach länger 🙂 .
Ich freu mich auf unser nächstes Mal – mit Einblicken in die Transaktionsanalyse und vielen anderen interessanten Themen.  Aus meiner Sicht ist noch zu sagen: Nach dem ersten Treffen habe ich einige Anregungen vom Mentoring-Tag umgesetzt und tatsächlich, seit September ernte ich die Früchte dieser Arbeit: Es läuft super und ich bin der festen Überzeugung, dass mir die Strategien geholfen haben, die ich mir nach Hameln vorgenommen habe.

In diesem Sinne: Nach Hameln ist vor Hameln. Auf ein baldiges Wiedersehen!

 

Autor: Manu

Ich bin staatlich geprüfte Übersetzerin in der Sprache Englisch sowie Fremdsprachenkorrespondentin Englisch und Spanisch. Als Fachübersetzerin arbeite ich für Unternehmen und Institutionen unterschiedlicher Größenordnungen weltweit.

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